Was ist MITsprache ?

Wir verwenden das Sprachförderprogramm MITsprache. MITsprache ist geeignet für Kinder im Alter von vier bis acht Jahren mit Förderbedarf im Deutschen. Das Programm ermöglicht eine durchgängige Förderung der Kinder ab dem letzten Jahr in der KiTa bis zum Ende des zweiten Grundschuljahres. 

Grundlage von MITsprache ist das Lehrprogramm "Deutsch für den Schulstart", das vom "Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie" der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg entwickelt wurde. "Deutsch für den Schulstart" ist von der Stiftung Fairchance ergänzt und überarbeitet worden. MITsprache ist das Ergebnis dieser Weiterentwicklungen.

Der Film, produziert von der Stiftung Fairchance, zeigt die praktische Umsetzung des Sprachförderprogramms MITsprache am Beispiel einer Hamburger Grundschule...

Was beinhaltet MITsprache ?

Bei MITsprache werden die Kinder in der Bildungseinrichtung, also der Grundschule oder KiTa, drei bis vier Mal in der Woche für jeweils eine Stunde gefördert (Förderstunden). Die Förderstunden erfolgen in Kleingruppen von sechs bis sieben Kindern und werden durch die Lehrer*innen bzw. Erzieher*innen der jeweiligen Bildungseinrichtung durchgeführt (Förderkräfte). MITsprache umfasst...

Was bewirkt MITsprache ?

Die unabhängige Evaluation der Ludwig-Maximilians-Universität München belegt die positive Wirkung von MITsprache auf die Sprachentwicklung der geförderten Kinder. Mehr Informationen dazu finden Sie im  Evaluationsbericht. Durch die Steigerung der Sprachkompetenz wird den Kindern eine aktive Teilnahme am Regelunterricht ermöglicht.

Darüber hinaus entfaltet MITsprache weitere positive Wirkungen. Zum Einen wird durch die Fortbildungen die Kompetenz der Lehrer*innen und Erzieher*innen an der Bildungseinrichtung im Umgang mit Kindern, die Sprachförderbedarf im Deutschen haben, nachhaltig erhöht. Lehrkräfte, die an den Fortbildungen teilgenommen haben, berichten, dass ihnen die dazugewonnenen Erkenntnisse und Fertigkeiten auch bei der Unterrichtung der Kinder immens weiterhelfen, die nicht an dem MITsprache-Programm teilnehmen. Des Weiteren wird durch die vertrauensbildende Elternarbeit im Rahmen von MITsprache ein Zugang zu den Eltern hergestellt, der auch jenseits der Sprachförderung eine stärkere Einbindung der Eltern in die schulische Ausbildung ihrer Kinder ermöglicht - gerade bei Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen ist mangelnde Mitwirkung an der Ausbildung ihrer Kinder oftmals ein großes Problem. 

Vor Beginn der Sprachförderung sowie am Ende eines jeden Förderjahres werden die Sprachstände der geförderten Kinder getestet, um die Sprachentwicklung zu dokumentieren.

Material

 

Der natürliche Spracherwerb von Kindern ist ein Entwicklungsprozess. Die einzelnen von der Sprachwissenschaft identifizierten Entwicklungsstufen unterliegen einer Regelhaftigkeit, sind also bei allen Kindern gleich. MITsprache beinhaltet ein Verfahren zur Sprachstandserhebung, anhand dessen geprüft wird, auf welchen Stufen das Kind in den verschiedenen Bereichen des Spracherwerbs (z.B. Artikelgebrauch, Satzstellung usw.) steht. Auf Grundlage der Sprachstandserhebung können die Kinder in homogene Gruppen eingeteilt und gezielt auf die jeweils nächste Stufe hin gefördert werden. Je nach Sprachstand der Kinder stehen für die Kleingruppenförderung fünf verschiedene Förderordner zur Verfügung. Jeder Förderordner umfasst jeweils das komplette Kleingruppenprogramm für ein Jahr. Neben den Förderordnern gehören zu MITsprache auch Spieleboxen und Handpuppen. Durch den spielerischen Förderansatz haben die Kinder in den Kleingruppen sehr viel Spaß.

Fortbildung

 

Das Fortbildungskonzept von MITsprache sieht zehn Fortbildungsveranstaltungen mit einem Volumen von je zwei bis drei Doppelstunden vor. Gegenstand der Fortbildungen sind insbesondere die Vermittlung sprachwissenschaftlicher Grundkenntnisse des kindlichen Spracherwerbs, die Durchführung und Auswertung der Sprachstandserhebungen sowie der fachgerechte Umgang mit dem Fördermaterial. Die Fortbildungen sind über einen Zeitraum von knapp 1,5 Jahren verteilt. Sie begleiten die Einführung von MITsprache an der Bildungseinrichtung. Die jeweilige Veranstaltung erfolgt jeweils zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bildungseinrichtung das Wissen in der Praxis gerade benötigt (z.B. wird die Auswertung der Sprachstandserhebungen erst thematisiert, nachdem die Sprachstandserhebungen an der Einrichtung durchgeführt worden sind). Nach Abschluss der Fortbildungen erhält jede Förderkraft ein Fortbildungszertifiket. 

Elternarbeit

 

Die begleitende Elternarbeit wird durch eine ausschließlich für MITsprache zuständige, sozialpädagogische Fachkraft in enger Zusammenarbeit mit den Leitungen und Mitarbeiter*innen der Bildungseinrichtungen durchgeführt. Vorrangiges Ziel der Elternarbeit ist es, die Eltern auf wertschätzende Art und Weise mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten, die sie haben, effektiv in die Sprach- und Bildungsförderung ihrer Kinder einzubinden. Den Eltern werden u.a. die eigene Bedeutung für die kindliche Sprachentwicklung sowie Möglichkeiten nahegebracht, die Sprachentwicklung ihrer Kinder im Alltag bewusst zu fördern. Ein weiteres Ziel ist es, den Zugang zu den Eltern zu nutzen, um die Familien ganzheitlich zu unterstützen. Zu diesem Zweck ist die für die Elternarbeit zuständige Fachkraft im Sozialraum sehr gut vernetzt. Besteht Hilfebedarf der Familien jenseits der Sprachförderung, können passende Angebote anderer Organisationen vermittelt werden.

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